Alexandra Mangei

Alexandra Mangei
November 2016

Was jeder DISC-Typ lernen kann

Was jeder DISC-Typ lernen kann

DISC Typen lernen unterschiedlich – wie lernt man also typbezogen und das mit Erfolg? Jeder DISC-Typ hat etwas zu lernen, aber nicht jeder lernt auf dieselbe Art und Weise.

Konzentration auf die unterschiedliche Art und Weise des Lernverhaltens der DISC Typen.

Es ist immer wieder faszinierend, Menschen beim Lesen Ihrer Extended DISC Auswertungen zuzusehen. Jeder DISC Typ drückt sich auf seine ganz spezielle Art aus, dennoch kann man eine bestimmte Körpersprache beobachten, die allen Typen gleich ist. Zum Beispiel sieht man häufig Kopfnicken, während Personen über Ihre Stärken lesen. Dagegen verwandelt sich das Kopfnicken in ein Kopfschütteln, wenn es um die Entwicklungspotenziale (Reaktionen bei hohem Druck) in der Auswertung geht. Es ist einfach manchmal schwer der Tatsache ins Auge zu sehen, dass wir alle gewisse Schwächen haben. Um hier weiter zukommen, ist es zuerst wichtig zu erkennen, dass verschiedene DISC Typen auf unterschiedlichste Art und Weise lernen.

Mit Ausnahme einiger weniger Personen, die denken sie seien perfekt, haben wir alle Gebiete, in denen wir an uns arbeiten müssen, um uns weiterzuentwickeln. Einige dieser Gebiete sind sehr speziell und relevant, um unsere aktuellen Ziele zu erreichen. Wenn wir uns fokussiert und behutsam diesen Arealen unserer Persönlichkeit widmen, werden wir besser werden, egal was für einen DISC Typ wir haben.

Im Gegensatz zu den speziellen Entwicklungsgebieten, gibt es auch sehr allgemeine Zonen. Tatsächlich werde ich oft gefragt, ob unterschiedliche DISC Typen auch unterschiedlich lernen und was getan werden kann, um mit diesem Wissen den Kunden zu mehr Erfolg zu führen. Besonders Moderatoren und Coaches fragen oft „Was welcher DISC Typ lernen muss“.

Der C-Typ: der qualitätsfokussierte DISC Typ

Beginnen wir mit dem C-Typ. Dieser Typ ist sehr analytisch, genau und auf Details fokussiert. Er möchte, dass seine Arbeit höchsten Qualitätsansprüchen genügt. Daraus resultiert der Eindruck bei anderen DISC Typen, dass der C-TYP sehr detailversessen und kritisch Anderen gegenüber ist. In anderen Worten scheint es, dass der C-Typ Fehler sucht, die andere machen könnten. Es macht den Eindruck, als würde es dem C-Typ Spaß machen, Fehler zu finden.

Auf der anderen Seite mögen C-Typen keine Fehler. Tatsächlich erfreuen sie sich an „fehlerfreien“ Situationen, Produkten und Dienstleistungen. Genau so mögen sie Experten, die genau wissen, was Sie zu tun haben und was sie sagen. Viele von uns verbinden diesen DISC Typen mit durchdachten und gut entwickelten Produkten und wir verbinden sogar ganze Länder mit einem Typen, wenn sie wie in unserem Fall für hochqualitative Produkte stehen. Deutschland wird beispiel- und fälschlicherweise als vorwiegend mit C-Typen besiedelt gesehen, da hier die besten Autos hergestellt werden.

Genau genommen hassen C-Typen Fehler und besonders ihre eigenen. Sie sind am strengsten zu sich selbst, wenn sie Fehler machen. Zum Beispiel habe ich schon viele Personen getroffen, die noch Jahre später über Ihre gemachten Fehler sprechen. Sie können diese Fehler einfach nicht loslassen, auch wenn sie wissen, dass sie diese nicht mehr ändern können.

Wenn Ihr größter Anteil im DISC Profil C ist, sollten Sie dementsprechend lernen, Fehler, die Sie gemacht haben, zu akzeptieren. Dies ist besonders in Situation mit erhöhtem Druck sehr wichtig. Besonders bei Stress können Sie dazu tendieren überkritisch zu werden, besonders zu sich selbst. In dieser Situation sollten Sie sich klarmachen, dass Fehler passieren. Und wenn sie passiert sind daraus lernen und weitermachen.

Überraschenderweise ist der größte Teil der Deutschen dem I-Typ zuzuordnen.

Der I-Typ: der enthusiastischste der DISC Typen

Als nächstes wollen wir den I-Typen erkunden. Dieser Typ ist sehr optimistisch, gesprächig und lebhaft. Der I-Typ ist gut darin, andere zu motivieren. Zusätzlich fällt es einem I-Typen schwer, sich auf Details zu konzentrieren und er tendiert dazu, Versprechen abzugeben, die er nicht erfüllen kann, weil er zu positiv in die Zukunft blickt und angesehen sein möchte. Als Ergebnis sehen und erleben andere DISC Typen den I-Typ als zwanglos und unkonzentriert.

Das ist keine Absicht. Der I-Typ möchte nicht unkonzentriert und unverständig wirken. Es ist aber so, dass ständig andere Dinge auftauchen, die seine Aufmerksamkeit erregen. I-Typen sehen das allerdings nicht als Ablenkung, sondern als aufregende und abwechslungsreiche Alternative

Als Konsequenz leiten wir ab: wenn Sie ein I-Typ sind und sich weiterentwickeln wollen, müssen Sie Selbstdisziplin lernen. Sie brauchen Selbstdisziplin, um zu beenden, was Sie begonnen haben und Sie dürfen sich nicht in zu viele Aufgaben einbinden lassen. Dies ist besonders wichtig unter Druck. In dieser Situation neigen Sie dazu, unorganisiert zu werden. Das lässt Sie den Fokus auf die Aufgabe verlieren, und Sie werden emotional. Dadurch wird es noch schwerer, Ihr DISC Profil zu ändern.

S-Typ: der Unterstützer unter den DISC Typen

Als Drittes schauen wir uns den S-Typen an. Dieser ist ruhig, zurückgezogen und verlässlich. Dieser Typ ist bemüht, alle DISC Typen zu unterstützen und möchte, dass es allen gut geht. Der Kapitän, der als letzter das sinkende Schiff verlässt, ist der S-Typ. Sie stellen die Bedürfnisse der anderen Typen über ihre eigenen. Sie möchten nicht, dass es jemandem schlecht geht. Wenn Sie einmal eine Gruppe von S-Typen beobachten konnten, die ein Restaurant fürs Mittagessen suchen, wissen Sie, dass dies eine Weile dauern kann: „Chinesisch ist für mich ok“; „Mexikanisch ist auch lecker“. „Was immer du magst ist ok für mich“.

Als Ergebnis lässt sich festhalten, sollte der größte Teil Ihres Profils S sein, müssen Sie lernen, sich um Ihre eigenen Bedürfnisse zu kümmern. Lernen Sie „Nein“ zu sagen. Das ist absolut in Ordnung. Denken Sie daran, dass es unmöglich ist, sich allen Menschen zu unterwerfen. Geben Sie sich selbst die Erlaubnis, gelegentlich Menschen zu enttäuschen. Es ist nicht Ihre Aufgabe, dafür zu sorgen, dass es allen gut geht. Sie sind verantwortlich für Ihre eigene Zufriedenheit und Ihr Glück.

Wenn Sie im Stress und unter Druck sind, tendieren Sie dazu, zu schnell Anderen gegenüber nachzugeben. In Druck-Situationen ist es umso wichtiger, sich klar zu machen, dass Sie zu oft die Bedürfnisse anderer über Ihre eignen stellen. Seien Sie selbstbewusster. Denken Sie an den Nike Werbeslogan: „Just do it. Einfach mal machen.“ Das sind drei Gedanken für S-Typen, die auch in anderen Situationen helfen können.

D-Typ: der direkte DISC Typ

Der D-Typ ist der vierte DISC Typ, und ein gutes Beispiel dafür, wie unterschiedlich die verschiedenen Typen lernen. Der D-Typ ist selbstbewusst, direkt und fokussiert auf seine eigenen Ziele. Sie kommunizieren ihre Meinung als seien es Fakten und sind ungeduldige Zuhörer. Anderseits erwarten sie, dass andere ihnen zuhören. Sie sind schnell, risikobereit und wollen, dass Dinge sofort erledigt werden.

Zudem sind D-Typen kämpferisch, mitunter aggressiv und ergebnisorientiert. Und so sehen die anderen DISC Typen den D-Typen: oft aggressiv und unter Druck setzend, direkt, hart bis hin zu unhöflich. Es sieht so aus, als stelle der D-Typ seine Ziele und Meinungen über alles und jeden. Ihr Leitspruch scheint zu sein: „Wenn es dir nicht gefällt, dann kannst du auch gehen!“

Es überrascht nicht, dass Sie als D-Typ auch etwas lernen müssen, wenn Sie erfolgreich sein wollen. Sie müssen Bescheidenheit lernen. Vielleicht macht es Sie als D-Typen stolz, die Bedeutung dieses Wortes nicht zu kennen. Es bedeutet, „die Bereitschaft, etwas als gegeben hinzunehmen, nicht darüber zu klagen und sich selbst als eher unwichtig zu betrachten.“ Ich möchte versuchen diese Definition einzuordnen. Bescheidenheit hilft Ihnen, Ihre Ziele zu erreichen mit und durch die Hilfe anderer.

Unter erhöhtem Druck wird dies zur Herausforderung, da D-Typen sich dann auf sich selbst beziehen. Es ist schwer, bescheiden und auf sich selbst bezogen zu sein. Um erfolgreicher zu sein, lernen Sie Bescheidenheit und ermahnen Sie sich, Anderen gegenüber nicht überlegen aufzutreten.

Jeder DISC Typ hat etwas zu lernen

Wie Sie einmal mehr sehen können, wollen wir mit den DISC Analysen keinen Menschen verurteilen oder in Schachteln packen. Egal welcher DISC Typ Sie sind, es gibt etwas zu lernen. Erinnern Sie sich, der D-Typ muss Bescheidenheit lernen, der I-Typ Selbstdisziplin erarbeiten, der S-Typ muss seine eigenen Bedürfnisse ernst nehmen und der C-Typ muss lernen, Fehler einzugestehen bzw. Fehler zuzulassen. Das ist nur der erste Schritt, um zu beginnen. Der Schlüssel, um hier erfolgreich zu sein ist, dass alle DISC Typen unterschiedlich lernen. Dies kann man dann nutzen, um seine Entwicklungsfelder in besseres Verhalten umzuwandeln.

 



Autor: Alexandra Mangei

Welche Zusammenhänge existieren zwischen der Mitarbeiterzufriedenheit auf der einen Seite, und dem Erreichen unternehmerischer Ziele auf der anderen? Fasziniert von diesen Zusammenhängen hat sie nach ihrem BWL-Studium ihre ersten Erfahrungen im Ausland gemacht, bevor sie 2009 bei finxs eingestiegen ist. Neben der Konzeption und Projektplanung verantwortet sie den gesamten Bereich der Kundenkommunikation sowie die Einarbeitung und Betreuung der Kunden in sämtlichen Systemfragen.