November 2016

Generation Y - die Millennials und Ihre Arbeitsweise

Generation Y - die Millennials und Ihre Arbeitsweise

Millennials begeistern, motivieren und im Unternehmen halten, erfordert mehr, als in Stellenanzeigen für Spaß und Flexibilität zu werben.
        

Die Millennials-Generation führen: Was jeder Manager wissen sollte

Durch die steigende Anzahl an Mitarbeitern aus der Generation Millennials am Arbeitsmarkt werden sich globale Arbeitsplätze dramatisch verändern. Es geht nicht darum, wie Millennials ihre Zeit verbringen, wie zum Beispiel ihren Handys zugeneigt, Instagram Fotos ihrer Freunde checkend, chattend, was sie gerade bei YouTube gesehen haben. Es geht um ihr „Mindset“ – die Gesamtheit ihrer Gedanken, Werte und Anschauungen. Millennials haben anscheinend spezifische Erwartungen, Einstellungen und Verhaltensweisen, die sich von denen der Baby Boomer Generation und der Generation X unterscheiden. Diese Charaktereigenschaften können ihre Vorgesetzten vor Herausforderungen stellen. Vorgesetzte müssen verstehen, was die Generation Millennials so unterschiedlich macht und dadurch Strategien entwickeln, um sie erfolgreich werden zu lassen.

Typologie und Werthaltigkeit

Nicht jeder Mensch der Millennials Generation ist gleich. Es ist jedoch interessant zu sehen, in welches Spektrum der Verhaltensweisen sie einzuordnen sind. Besonders interessant ist dies für Führungskräfte, die wissen wollen, wie diese Generation tickt, um daraus abzuleiten, wie man die besten Arbeitnehmer anlockt, ausbildet und an das Unternehmen bindet.

Hier ist eine kleine Auffrischung der DISC Typologie, die in vielen Unternehmen bereits eingesetzt wird, um die Mitarbeiter besser zu verstehen.

D-Typ: dominant, direkt, ergebnisorientiert

I-Typ: einflussorientiert, sehr sozial, um Zusammenarbeit bemüht, steht gerne im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit

S-Typ: stabil, zuverlässig, bevorzugt vorhersehbare Dinge, verlässlich

C-Typ: analytisch, detail- und regelorientiert, pflichtbewusst

Millennials sind im Gegensatz zu anderen Generationen eher sozial und spontan. Mehr als 40% sind I-Typen im Gegensatz zu 27% bei den Baby-Boomern (diese Zahlen gelten für die USA). Das bedeutet, dass diese Generation am ehesten diese Verhaltensweisen besitzt.

  • Sie wollen ein sich schnell wechselndes, stimulierendes, flexibles Arbeitsumfeld
  • Viele Dinge gleichzeitig zu tun gehört zu ihrem Leben
  • Sie pflegen keine Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit zu ziehen. Sie bewegen sich fließend zwischen Arbeitswelt und Privatleben.
  • Sie schätzen einen Arbeitsplatz der Spaß beinhaltet. Sie umgeben sich gerne mit optimistischen Menschen, die mit Enthusiasmus an Aufgaben herangehen.
  • Sie tendieren dazu, schnell gelangweilt zu sein und es könnte ihnen schwer fallen, am Ball zu bleiben um Fristen einzuhalten.
  • Es gibt bei ihnen eine Tendenz, den Mund zu voll zu nehmen und ihre hochgesteckten Ziele und Erwartungen an unterschiedliche Aufgaben nicht zu erfüllen.

Auswirkungen für Manager

Mehr als andere Generationen neigen Millennials dazu, ihren Job regelmäßig zu wechseln. Das hat direkte Auswirkungen auf Führungskräfte, wie das Sprichwort uns sagt: Arbeitnehmer kündigen nicht ihren Job, sie kündigen ihrem Chef. Um kostspielige Personalwechsel zu vermeiden und um allen Mitarbeitern zu helfen erfolgreich zu sein, sollten Manager wissen, wie unterschiedlich Menschen kommunizieren und dementsprechend damit umzugehen.

D-Typen zum Beispiel genießen den Wettbewerb durch fordernde Ziele. Sobald Manager die erwarteten Resultate für ein Projekt veröffentlichen, überlegt der D-Typ wie er sie am besten erreichen kann. S-Typen bevorzugen Step-by-Step Anweisungen. Wenn sie sich ihrer Rolle sicher sind, sind sie motiviert, die Erwartungen zu erfüllen. C-Typen brauchen Details und noch mehr Details. Sie wollen das große Ganze im Detail verstehen und sicher sein, dass sie alles haben, was sie brauchen, um den Job zu erfüllen.

Bei I-Typen der Millennials Generation steigt das Interesse an einer Aufgabe oder einem Projekt, wenn man, falls möglich, den Spaßfaktor und die Abwechslung erhöht. Wenn die Führungskräfte es schaffen, die Kreativität der Millennials einzubinden und dabei ein wenig Freiraum bezogen auf Organisation und Konsequenz zu geben, erzeugt dies eine positive Rückwirkung. I-Typen reagieren zudem positiv auf Aufmerksamkeit und Beachtung. Das bedeutet, Manager müssen ständig die „Temperatur“ ihrer Schützlinge messen, um sicher zu gehen, dass sie immer noch motiviert und am Ball sind.

4 Strategien für den Erfolg

Führungskräfte, die es mit Millennials zu tun haben, könnten diese Strategien hilfreich finden, um ihre Ziel zu erreichen.

1. Ermitteln Sie den Art Ihrer Organisation. Firmen haben oft mehr Informationen über ihre Finanzen, als sie es von ihren Mitarbeitern haben - ihr wichtigstes Gut. Dies zwingt sie von Zeit zu Zeit dazu, Personalentscheidungen aus reinem Bauchgefühl zu treffen. Gezielte Informationen über das Verhalten der Mitarbeiter im Arbeitsumfeld gibt Führungskräften bessere Werkzeuge in die Hand, um mit den Millennials (und natürlich auch mit anderen Mitarbeitern) zu kommunizieren, sie zu motivieren, ihr Engagement zu erhöhen und sie weiterzuentwickeln.

2. Ziehen Sie keine voreiligen Schlüsse über Millennials, die auf Vorurteilen beruhen. Es sieht vielleicht so aus, dass sie von einem Selfie zum Nächsten springen. Das bedeutet aber nicht, dass sie nicht in der Lage sind, sich selbst zu hinterfragen, sofern ein guter Grund oder ein fesselndes Projekt es fordert. Auch wenn sie bei der Arbeit ständig ihr Smartphone benutzen, denken Sie daran, dass diese Generation auch Arbeit nach Feierabend damit macht. Erinnern Sie sich an den fließenden Übergang zwischen Privat- und Arbeitsleben. Millennials mögen vielleicht anders sein, aber effektive Führung kann ihr Potenzial maximieren.

3. Statten Sie Ihre Führungskräfte mit dem nötigen Wissen über die Verhaltenstypen aus, damit diese effektiver mit ihren Mitarbeitern umgehen können. Was für den einen Mitarbeiter eine Belohnung ist, kann für den anderen die reinste Qual sein. Wenn Führungskräfte wissen, wie Sie ihre Mitarbeiter bezüglich ihrer natürlichen Verhaltensweisen motivieren, werden diese glücklicher, gesünder und produktiver.

4. Meistens gibt es in den Teams neben Millennials auch andere Generationen, wie Baby Boomer und Generation X. Unterschiede in den Generationen können eine „Wir gegen Die“ Atmosphäre schaffen, die zu Streitigkeiten und Spannungen führen kann. Millennials haben viel zu lernen, aber sie haben auch einiges anzubieten, gerade in Bezug auf erfahrenere Kollegen. Mentorenprogramme, Projektteams und soziale Aktivitäten können Lernen, Verstehen, neue Ideen und Kreativität fördern.

Die Manager mit den richtigen Werkzeugen ausstatten

Bezugnehmend auf die Statistik des „Bureau of Labor“, werden Millennials im Jahre 2015 die größte Gruppe der Arbeitnehmer stellen. Untersuchungen zeigen, dass der Einfluss der Millennials bereits jetzt die Arbeitsplatzumgebung ändert. Dies geschieht nicht nur in den USA, sondern global überall dort, wo vorallem I-Typen als Arbeitnehmer eine größere Gruppe stellen.

Erfolgreiche Firmen haben diesen Trend erkannt und passen ihr Konzept bezüglich Führung und Management an. Millennials zu begeistern, zu motivieren und im Unternehmen zu halten, erfordert mehr, als in Stellenanzeigen für Spaß und Flexibilität zu werben. Eine vernünftige und zukunftsorientierte Strategie rüstet Manager mit Informationen aus, um effektiver und wirksamer mit allen Mitarbeitern zu kommunizieren.
 

Markku Kauppinen, CEO Extended DISC North America